Rainhard Fendrich begeistert mit "ein paar ganz alten Hüten"

In der fast ausverkauften Laeiszhalle lieferte der Österreicher ein "Best of" seiner Karriere – und wurde auch mal politisch.

Quelle: Hamburger Abendblatt

 

In der fast ausverkauften Laeiszhalle lieferte der Österreicher ein "Best of" seiner Karriere – und wurde auch mal politisch. Hamburg. Als Rainhard Fendrich die ersten Akkorde von "Strada del sole" anstimmt, muss er kurz über sich selbst lachen. Ganz allein hat er am Sonnabend zu Beginn des zweiten Teils die Bühne der fast ausverkauften Laeiszhalle geentert; er sitzt auf einem Stuhl und spielt ein "paar ganz alte Hüte", wie er seine Jugendwerke nennt.

Darunter natürlich "Macho, Macho", mit dem er 1988 den Durchbruch in Deutschland schaffte. Und natürlich weiß Fendrich – am 27. Februar wird er 62 Jahre alt –, dass das mit ihm gealterte Publikum genau diese Hits hören will – mit "Es lebe der Sport" eröffnete er den Abend. "Wenn ich zu einem Springsteen-Konzert gehe, will ich auch, dass er ,Born In The USA' spielt", hat Fendrich einmal gesagt. Auf neuem Album klagt er gegen Rassismus Also liefert der Österreicher, zusammen mit Kollegen wie Wolfgang Ambros und dem 2007 gestorbenen Georg Danzer, Erfinder des "Austro-Pops", zuverlässig ein "Best of" seiner Karriere.

Wer wie er mal die ARD-Flirtshow "Herzblatt" moderierte, gerät schnell in den Verdacht, im Seichten zu fischen. Dabei hat sich der Wiener immer politisch engagiert, auf seinem neuen Album "Schwarzoderweiß" klagt er Rassismus und Fremdenfeindlichkeit an. Bitter, dass ausgerechnet die FPÖ seine Österreich-Hymne "I am from Austria" für ihren rechtspopulistischen Wahlkampf instrumentalisierte. Fendrich hat dagegen geklagt, vergebens. Es hat ihn geärgert, aber nicht verbittert. "Für mich ist nach wie vor das Größte, dass ich hier stehen darf", sagt er, begleitet von einer fünfköpfigen Band, nach seinem zweieinhalbstündigen Konzert. Und wirkt ob der Ovationen richtig gerührt. (pw)